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Tipps zum Fotografieren von Kirchenbüchern und zur
Verwendung des KBH
Wie alles anfing:
1979 war Ost-Geld für "DDR"-Besucher reichlich vorhanden
(Zwangsumtausch!), Zeit dagegen weniger. So kam ich bald auf die Idee, mich
interessierende Kirchenbucheinträge abzuknipsen, um auch zu Hause eventuelle
Lesefehler mit Sicherheit ausschließen zu können. Die Versuche waren recht
erfolgversprechend, ich hatte zuvor Tests mit verschiedenem alten Papier und
verschiedenen Einstellungen gemacht. Das Aha-Erlebnis hatte ich in Tages in
einem kleinen Ort. Dort wurde ich dermaßen fündig, dass meine Zeit nicht mehr
ausreichte, da ich am nächsten Tag wieder abreisen musste. Ich fing an
wie ein Wilder zu knipsen und bat einen Freund per Trabbi mir aus dem nächsten
Konsum Nachschub an Filmen zu holen. Das Ergebnis lies mich zuhause jubilieren:
gestochen scharfe Dias, noch etwas unterbelichtet, dennoch mein aller erstes
komplettes Kirchenbuch.
Bei meinen weiteren Reisen in die "DDR" habe ich dann
flächendeckend gearbeitet: Wo ich einen Ahnen fand, knipste ich einfach alles -
es war gut so, denn dort, wo ein Ahn zu finden ist, rudelt es sich meistens!
Dass ich an Foto*kopiererei* zu keiner Zeit dachte, ist ja doch klar. Man hätte
mich auf der Stelle verhaftet. So konnte ich natürlich auch keine
Profi-Kameraausrüstung etc. mitnehmen. Man wurde schließlich gefilzt.
Meine Fotoausrüstung:
Ich habe eine Minolta-Spiegelreflexkamera besessen, später dann eine Praktika.
Diese beiden Kameras habe ich schlicht und einfach kaputt fotografiert. Nun
besitze ich seit vielleicht 15 Jahren eine Leica R4s mit einem Objektiv
Summicron R 1:2/50. Dazu benutze ich ein Blitzgerät Minolta Auto 200X, der
letzte Rest meiner ermordeten Minolta-Kamera. Ich verwende ganz stinknormale 100
ASA Dia-Buntfilme, gerne nehme ich Fuji. Der Blitz hat die Stellungen Lo, Hi,
Automatic. Ich verwende nur Lo. Kamera-Entfernung vom Buch bis annähernde
Bildausfüllung (Doppelseite!), also etwa 40 - 60 cm. Blende 11 für helles
Papier (spätes 19. Jhd.) sonst Blende 8.
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Der KBH:
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Der KBH
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Ich habe einen "selbstentwickelten,
staatlich geprüften" KB-Halter: Sieht ähnlich aus wie ein
Notenständer. Nur steht das Ding auf dem Tisch. Mittels zweier
Wäscheklammern und einen Gummizug (Unterhosen!!!) hinten am Gerät wird
das KB aufgehalten. Einen neuen Film kennzeichne ich mit einer
fortlaufenden Zahl, ich habe 100 selbstgeschrieben Karteikärtchen
dermaßen beschriftet. Erstes Foto neuer Film sollte identisch sein mit
dem letzten des vorherigen. So habe ich eine knappe Überlappung. Die
Filme schneide ich zu Hause und rahme sie in ganz ganz dünne glaslose
(!!!) Rähmchen. So kann ich Blatt für Blatt arbeiten, ich habe zwei
Lesegeräte. Neuerdings kann ich die Dias auch scannen. Ausbeute: Da kommt
kein Fotokopierer mit: Wenn sich das KB gut blättern lässt, wenn ich
selbst gut in Form bin, schaffe ich bis zu 12 Filme in der Stunde, das
sind bei 40 Aufnahmen 480/Stunde. |
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"Konstruktions"-Zeichnung
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