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Der Kirchenbuchhalter (KBH)

(Entwickelt und erprobt von unserem Mitglied Detlef Papsdorf;
eMail: dpapsdorf@web.de;
URL: http://familienarchiv-papsdorf.de)

Tipps zum Fotografieren von Kirchenbüchern und zur Verwendung des KBH

Wie alles anfing:
1979 war Ost-Geld für "DDR"-Besucher reichlich vorhanden (Zwangsumtausch!), Zeit dagegen weniger. So kam ich bald auf die Idee, mich interessierende Kirchenbucheinträge abzuknipsen, um auch zu Hause eventuelle Lesefehler mit Sicherheit ausschließen zu können. Die Versuche waren recht erfolgversprechend, ich hatte zuvor Tests mit verschiedenem alten Papier und verschiedenen Einstellungen gemacht. Das Aha-Erlebnis hatte ich in Tages in einem kleinen Ort. Dort wurde ich dermaßen fündig, dass meine Zeit nicht mehr ausreichte, da ich am nächsten Tag  wieder abreisen musste. Ich fing an wie ein Wilder zu knipsen und bat einen Freund per Trabbi mir aus dem nächsten Konsum Nachschub an Filmen zu holen. Das Ergebnis lies mich zuhause jubilieren: gestochen scharfe Dias, noch etwas unterbelichtet, dennoch mein aller erstes komplettes Kirchenbuch.

Bei meinen weiteren Reisen in die "DDR" habe ich dann flächendeckend gearbeitet: Wo ich einen Ahnen fand, knipste ich einfach alles - es war gut so, denn dort, wo ein Ahn zu finden ist, rudelt es sich meistens! Dass ich an Foto*kopiererei* zu keiner Zeit dachte, ist ja doch klar. Man hätte mich auf der Stelle verhaftet. So konnte ich natürlich auch keine Profi-Kameraausrüstung etc. mitnehmen. Man wurde schließlich gefilzt.

Meine Fotoausrüstung:
Ich habe eine Minolta-Spiegelreflexkamera besessen, später dann eine Praktika. Diese beiden Kameras habe ich schlicht und einfach kaputt fotografiert. Nun besitze ich seit vielleicht 15 Jahren eine Leica R4s mit einem Objektiv Summicron R 1:2/50. Dazu benutze ich ein Blitzgerät Minolta Auto 200X, der letzte Rest meiner ermordeten Minolta-Kamera. Ich verwende ganz stinknormale 100 ASA Dia-Buntfilme, gerne nehme ich Fuji. Der Blitz hat die Stellungen Lo, Hi, Automatic. Ich verwende nur Lo. Kamera-Entfernung vom Buch bis annähernde Bildausfüllung (Doppelseite!), also etwa 40 - 60 cm. Blende 11 für helles Papier (spätes 19. Jhd.) sonst Blende 8.

Der KBH:


kbh-smal.jpg (6072 Byte)

 

Der KBH
Vollbild (31 KB) laden
Ich habe einen "selbstentwickelten, staatlich geprüften" KB-Halter: Sieht ähnlich aus wie ein Notenständer. Nur steht das Ding auf dem Tisch. Mittels zweier Wäscheklammern und einen Gummizug (Unterhosen!!!) hinten am Gerät wird das KB aufgehalten. Einen neuen Film kennzeichne ich mit einer fortlaufenden Zahl, ich habe 100 selbstgeschrieben Karteikärtchen dermaßen beschriftet. Erstes Foto neuer Film sollte identisch sein mit dem letzten des vorherigen. So habe ich eine knappe Überlappung. Die Filme schneide ich zu Hause und rahme sie in ganz ganz dünne glaslose (!!!) Rähmchen. So kann ich Blatt für Blatt arbeiten, ich habe zwei Lesegeräte. Neuerdings kann ich die Dias auch scannen. Ausbeute: Da kommt kein Fotokopierer mit: Wenn sich das KB gut blättern lässt, wenn ich selbst gut in Form bin, schaffe ich bis zu 12 Filme in der Stunde, das sind bei 40 Aufnahmen 480/Stunde.
kbh-plan-smal.gif (1576 Byte) "Konstruktions"-Zeichnung des KBH (33 KB) laden
Noch ein Wort zu den Filmen: Natürlich habe ich wegen des Zwangsumtausches gerne Filme in der "DDR" gekauft. Das waren Orwo-Filme, die eigentlich ganz gut sind, hier im Westen wurden sie als Neckermann-Filme angeboten. Als ich aber einmal "frische Filmware" von der Dampfheizung erwarb und eine Woche nachfolgender Arbeit reineweg für die Katze war, wurde ich etwas vorsichtiger und stieg peu a peu auf Markenware um (eben Fuji).

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Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung (AMF)
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URL: http://www.amf-verein.de/praxistipps/kbh.html
letzte Änderung: 23. März 2008 , © ungerweb