Trauregister des Kirchspiels Hohenkirchen in Sachsen - neuer Band in AMF-Schriftenreihe erschienen

von Steffen Mücke - 29.06.2026

"Die Trauregister 1641 – 1811 des Kirchspiels Hohenkirchen in Sachsen" lautet der Titel eines neuen Bandes in unserer Schriftenreihe (Nr. 258). Unser Vereinsmitglied Steffen Mücke hat die Trauregister von Hohenkirchen ausgewertet und jüngst als digitale Publikation veröffentlicht.

Das vorliegende Werk umfasst Abschriften von mehr als 1.700 Traueinträgen, welche aus den vier ältesten Bänden entnommen wurden. Ein verheerendes Feuer im Jahr 1747 vernichtete zwar Kirche wie Pfarrhaus und Schule, die Kirchenbücher überlebten glücklicherweise. Anders hingegen im benachbarten Lunzenau, wo die Kirchenbücher mitsamt den Gebäuden im Jahre 1781 Flammen zum Opfer fielen. Auch insofern hat dieses Register einen Wert, welcher über den Ort und das Kirchspiel hinausgeht. Man findet frühe Daten zu Einwohnern Lunzenaus.

Überhaupt scheinen Ort wie Kirche schon frühzeitig einige Bedeutung besessen zu haben, sei es aufgrund der besonders schönen oder geostrategischen Lage. Größere Ortschaften wie Rochlitz, Wechselburg, Burgstädt, Penig liegen in Reichweite, so dass man auch deren Bewohner und Bürger in den hiesigen Büchern findet, ebenso wie Bauern, Häusler oder Gärtner aus manchen Dörfern der Gegend.

Die erstellten Ortsregister sind recht umfangreich für solch ein ansonsten kleines Kirchspiel. Zu selbigen gehören die Orte Berthelsdorf, Cossen, Helsdorf, Hohenkirchen und der Wilhelminenberg in Göritzhain. Hohenkirchen selbst teilt sich auf in einen oberen und unteren Ortsanteil. In den Einträgen wird dabei aber nicht von z.B. Unterhohenkirchen geschrieben, sondern vom „Einwohner an der Lunzenauer Brücke“. Die Zwickauer Mulde stellte die Ortsgrenze zu Lunzenau dar.

Über Geschichte und Bedeutung des Ortes muss hier nicht viel angefügt werden. Dazu dürfen andere Veröffentlichungen bemüht werden, z.B. von Clemens Pfau, welcher um 1900 intensiv zur Rochlitzer/ Zschillener Gegend forschte. Dieses Registerbuch soll rein genealogisch Suchenden dienen.

Für das vorliegende Format wurde der Weg gewählt, die Trau-Einträge in vier Kapiteln darzustellen. Im ersten die Bräutigame, im zweiten deren Väter, im dritten die Bräute und zuletzt deren Väter oder, bei Witwen, verstorbene Männer. Die Einträge sind in zeitlicher Folge wiedergegeben, so, wie aus den Kirchenbüchern erfasst.

Die feste Größe jedes Kapitels ist die laufende Nummer, die allen Einträgen voran steht. An ihr darf sich also orientiert werden. Die Namensregister sind jeweils nach Bräutigamen und Bräuten, die Ortsregister ebenfalls nach diesen erstellt worden. Durch die beigefügten Kennzahlen, also die „lfd. Nr.“, findet man dann zu den jeweiligen Einträgen. Den vier Kapiteln wurde auf deren Eingangsseiten die Bedeutung der einzelnen Spalten zugefügt. So sollten die ursprünglichen Trauungen relativ zügig zusammenzustellen sein.

Ortsnamen wurden bei verschiedenen Schreibweisen angepasst an die offizielle Verwendungsform. Familiennamen hingegen wurden so übernommen wie vom jeweiligen Schreiber notiert. Man sollte also bei Suche nach einem bestimmten Familiennamen auch etwas Phantasie walten lassen oder die Namensregister als Ganzes durchsuchen. Als Beispiele für verschiedene Schreibweisen der gleichen Familien sollen hier dienen: „Nöbel“ (Niebel, Nebel) oder „Peucker“ (Beickert, Beuckert, Peukert) und „Eidner“ (Eitner, Eydner). Auch „Rüger“ und „Rüdiger“ oder „Reim“ und „Reimann“ sollten als gleiche Familien geprüft werden.

Das 277 Seiten umfassende Werk wird durch Indizes der Familien- und Ortsnamen, Auswärtige sowie Berufsbezeichnungen erschlossen. Das Heft kann ab sofort als PDF (digital) für 18,00 EUR über den Online-Shop der AMF bezogen werden.

Steffen Mücke

Mitglied: AMF 2584

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Markkleeberg